Bücher, religious topics, Teerezepte
Comments 12

breakfast, a book and a recipe…

sdc17817

Marokkanischer Tee – was man braucht:

Grünen Tee

Zucker

frische Minze (vorzugsweise die marokkanische Minze, auch als  „Spearmint“ bekannt. Sie ist anders und viel intensiver im Geschmack als unsere „gewöhnliche“ Minze. Es gibt sie hier und da auch in getrockneter Form).

Der Tee wird aber auch gerne zusätzlich oder statt der Minze mit Thymian (getrocknet) Zitronenverbene (getrocknet) oder frischen Wermutblättern getrunken.

In eine kleine Kanne (200-300ml) gebe ich knapp 2 Teelöffel grünen Tee und gieße ihn mit kochendem Wasser auf (ca. bis zu einem Drittel der Kanne), den Tee ziehen lassen und nach etwa 5 Minuten den Aufguss in ein Glas geben und zur Seite stellen. Den Tee noch einmal mit etwas kochendem Wasser aufgießen, schwenken und diesen Aufguss verwerfen. Den ersten Aufguss und 2 Esslöffel Zucker (für Marokkaner geht auch noch mehr;)) in die Kanne geben und Wasser hinzugeben bis die Kanne voll ist. Dann den Tee auf niedriger Temperatur zum kochen bringen und ein Weilchen köcheln lassen (nicht zu lang), die gewünschten Kräuter hinzu…fertig. Würd euch ja gern alle zum Tee einladen;) For a recipe in English, look here.

Und etwas für die Völkerverständigung (wie Maria einmal so schön im Bezug auf mein marokkanisches Pfannenbrot sagte, was sie denn dann mal ihrer Nachbarin vorbeibringen wollte;))  tut dieses Buch auf jeden Fall. Ich les es gern und ich les es schon lange, was weniger damit zu tun hat, dass es nicht gut ist, sondern einfach mit meinem chronischen Zeitmangel zu erklären ist und dem „tausend Dinge auf einmal tun wollen“ (und alle Bücher auf einmal lesen wollen).  Es steht auch schon ein Weilchen bei den Büchern, aber vermutlich ist es dort schon ein wenig angestaubt, deswegen hol ich es mal nach „vorne“. Ich teile zwar nicht alle Aussagen und kann mich auch nicht in allem wieder finden, aber es ist definitiv ein Buch das viele [ich denke] offene Fragen an den Islam beantwortet. Und der „Telegraph“ sagte dazu immerhin auch:

Telegraph, May 2005
‘An extremely thought-provoking book that challenges
Western preconceptions of Islamic women.’

Leider ist es bisher nur im Englischen erschienen, aber immerhin und es ist auch sehr leicht und gut verständlich geschrieben. Ich wünschte es würde etwas mehr für die Verständigung getan, denn tatsächlich kämpfen wir fast täglich einen Kampf gegen Diskriminierung, Beschimpfung und „Verallgemeinerung“ [besonders weh tut es mir, wenn ich meine Kinder dabei habe, aber ich will nicht jammern, lieber aufstehen und etwas tun;) und verallgemeinern möcht ich nun auch mal garnicht…es sind ja nicht alle so!]. Jedenfalls bewirkt ein Lächeln, ein freundliches „Guten Tag“ manchmal schon Wunder: „Oh sie sprechen Deutsch? [jaa, Ich bin ja Deutsche] ..und wie eine Terroristin sehen sie eigentlich auch nicht aus!“ schmunzel*:). Der Missbrauch von Religionen für persönliche Zwecke und Machtgelüste ist doch nichts Neues (ich erinnere mich an Kreuzritter und andere „Kampftruppen“ die im „Namen Gottes“ in den Krieg zogen), wenn ich darüber nachdenke, sehe ich einzig ein menschliches Defizit darin, etwas für seine eigenen abscheulichen Ziele zu missbrauchen, statt ein göttliches Bestreben. Um so trauriger macht es mich natürlich, dass es heute soviele Muslime sind, die meinen sie müssten „kämpfen“ und sich „die Köpfe einhauen“. Wir sollten lieber mit „uns selber“ kämpfen, da gibt es viel mehr zu tun. Ja und nun hab ich endlich ein Buch das ich empfehlen kann, wenn ich mal wieder gefragt werde, welches Buch ich denn im Bezug auf den Islam empfehlen würde. Denn wie üblich oft empfohlen, den Koran zu lesen, empfehle ich absolut gar nicht [nein gar nicht!]. Ich selber habe das getan und habe irgendwann festgestellt, dass die Übersetzung eine total mangelhafte Übersetzung war…wie so viele, wenn nicht sogar die meisten, die im Umlauf sind [Stichwort: „Übersetzer-Ideologien“]. Außerdem ist der Koran kaum zu verstehen, wenn man nicht seine zweite Hälfte kennt: das Leben des Propheten Muhammad (mögen Frieden und Segen auf ihm sein und auf Jesus, Noah, Moses und den anderen Gesandten und Propheten). Vielleicht sollte man dann eher andersherum anfangen, denn dann lässt sich auch alles andere leichter verstehen. So, das war mal ein bisschen „Islam“ heute;)

Leaving you with a quote from the book: „[…] the hijab [headscarf] means many things to us: it is our covering, our reminder, our comforter, our liberator, a symbol of our servitude to our Lord. It is not an unwelcome burden, it is not an aberration, it is not a symbol of our opression: it is a fundamental part of our identity as Muslim women. And those who would work so hard to „free us“ from it would do well to listen to the voices of those they seek to liberate – for ones woman´s liberation, however well intentioned, could well be another woman´s incarceration.“

Naima B.Robert

So etwas ähnliches wie mein breakfast and a book findet ihr übrigens auch hier.

12 Comments

  1. Welch wahre Worte… und sie treffen so vieles von dem, was unsere Zeit (leider) so stark prägt. Es ist nicht einfach „anders“ zu sein. Ganz egal ob Herkunft oder Religion oder Lebensart. Entweder man „passt“ oder man tut es eben nicht. Dazwischen hat man nicht viel Spielgraum.
    Manchmal ist es einfach nur traurig, aber etwas ist mir in Erinnerung geblieben, über das ich – jetzt – lache. Weißt du, ich war mal beim HNO-Arzt, weil ich chronische Kehlkopfentzündung hatte. Mein Mann war mit, weil ich ziemliche Kreislaufprobleme hatte (Fieber). Da kamen wir also in die Praxis und dann las der Arzt unseren Nachnamen und fragte dann meinen Mann, ob er mitgekommen wäre, um zu übersetzen?! Wir waren beide so sprachlos, dass der Arzt dann meinte, mein Mann könne auch kein Deutsch und lamentierte bei seiner Arzthelferin, dass er schon wieder „zwei“ hätte, die nicht deutsch könnten. Das war ein „Erlebnis der anderen Art“ und es betraf wenigstens nur uns beide. Ich verstehe so gut, was du meinst wenn du von deinen Kindern schreibst… zum Arzt noch: er war ziemlich verlegen, als ich dann den letzten Rest meiner Stimme zusammenkratze, ihm kurz schilderte, dass ich gebürtig aus der Stadt wäre und mein Mann hier studiert und bestens Deutsch kann und wir jetzt die Praxis verlassen…
    Übrigens sind deine Brote einfach nur spitze und ich mache sie alle paar Tage mal, weil sie einfach so lecker sind :)

  2. JenMuna says

    Liebe Maria, deine Worte tun so gut (Balsam für meine Seele;)! Es tut gut zu lesen, dass man „verstanden“ wird! Was du schreibst ist so wahr, ich möchte es auch garnicht so auf „uns Muslime“ beziehen (jammer..hhh), es stimmt vielmehr, dass es reicht wenn man einfach „anders“ ist, aus der Norm fällt…irgendwie auch ein uraltes Problem oder? Deine Geschichte find ich ja auch haarsträubend, aber zuletzt einfach gut, wegen deiner ziemlich starken Reaktion..einfach super:)
    …und wegen dem Brot, das freut mich ja total:) lecker nicht wahr?;)
    Danke dir für deine Worte [und Gute Nacht…ist schon so spät…mal wieder..hmhm]…
    sarah

  3. Assalamu alaikum,

    also – wir machen den marrokanischen Tee – der ja auch in anderen Ländern des Maghrib getrunken wird – anders. Erstens – wir trinken ihn abends. Zweitens: Wir werfen den ersten Aufguß vom Gun Powder, der allerdings mit nur ganz wenig Wasser gemacht wurde, weg, weil er zu viel anregende Wirkstoffe enthält. Wir lassen den Aufguß auch viel kürzer ziehen. Den zweiten Aufguß kochen wir dann mit Nana-Minze auf – schmeckt köstlich und ich liiiebe es, wenn der Tee in ganz hohem Bogen in die kleinen Gläser gegossen wird. Ich mag ihn nicht mit so viel Zucker, ganz köstlich wird es, wenn man für eine nicht ganz so kleine Kanne einen Esslöffel Vollrohrzucker und einen Esslöffel Kristallzucker nimmt.

    MashaALLAH – wieviel Jahre ich es nicht getrunken habe…

    Aber inshaALLAH kheir.

    Liebe Grüße
    wa salam alaikum.

  4. JenMuna says

    wa alaikum salam wa rahmatullah,

    ja soviel menschen wie es gibt, die ihn zubereiten, soviel verschieden arten gibt es wahrscheinlich auch. der erste aufguss ist etwas bitterer sagen einige, andere sagen es anders..ich glaube man muss einfach ausprobieren wie man ihn am liebsten mag;)
    na dann wirds wohl vielleicht mal wieder zeit;)

    sarah

    ps: In Marokko wird übrigens meistens den ganzen Tag Tee getrunken:)

  5. Oh wie schön Du es hier hast! Danke für Deinen Kommentar, sonst hätte ich diese schöne Seite nie gefunden :-)

    Herzlichst,
    M.

  6. JenMuna says

    Danke das freut mich sehr,ich war ja schon öfter bei dir;)ich hoffe du verzeihst mir mein fehlerhaftes getippsel von gestern, manchmal sollte man sachen einfach auf später verschieben wenn man eigentlich keine zeit mehr hat, ich wollte aber unbedingt noch kurz hallo sagen;)
    lg sarah

  7. I read a book a few years back: „The Faith Club – A Muslim, A Christian, A Jew: Three Women Search for Understanding.“ It was the perfect book to read after 9-11 to help me counter the unchecked misinformation that some folks were passing back and forth in e-mails. When people's experience of other faiths consists only of the bad news on TV, there is unfortunately some stereotyping. Fortunately, I was not the only one who felt a responsibility to educate others in tolerance and respect. Thanks for continuing to spread understanding, Sarah.

  8. Assalamu alaikum,
    oh, deine Texte sind so schön – und die Bilder dazu! Ich hab jetzt aber richtig Lust auf grünen Tee mit Minze…ich glaub, ich muss mir einen kochen gehen :) dankeschön!

    wassalam
    natalha

  9. JenMuna says

    @dmarie: I am touched by your words, thank you and you are so right, the media do their „best“ to encourage the „stereotypes“ and I am very glad and it encourages me to hear that you and others work on tolerance and respect..I will not stop too.
    @natalha: wa alaikum salam wa rahmatullah,
    ich dank dir von herzen für deine lieben kommentare und es freut mich dass dir meine/unsere momentchen gefallen;) aber pass auf mit dem tee..ist schon spät, nicht dass du nicht schlafen kannst;)

    sarah

  10. Liebe Sarah
    Das ist schon sehr traurig, was du alles miterleben musst… Ich bin zwar Christin aber auch ich fühle mich oftmals „anders“ (und das nicht im positiven, spannenden Sinn!). Ich wirke öfters irgendwie… ungelenk und fehl am Platz, habe ich das Gefühl und stelle mir vor, wie stark du wirklich zu KÄMPFEN hast, einzig, weil du einen anderen Glauben hast als das Land, in dem du lebst. Dabei bist du so offen und wirkst extrem angenehm und inspirierend gerade dadurch, dass du glaubst, einen echten Glauben, nicht nur einen Papierglauben, in den du hineingeboren wurdest…
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel, viel Kraft, wenn wieder einmal solche Worte fallen, die dich (und deine Kinder) verletzen und verängstigen…
    Bora

  11. JenMuna says

    Liebe Bora, ich dank dir für deine Worte… es ist schön dass man doch immer wieder Leute findet die sich ebenso Gedanken um ein sinnvolles Leben machen wie man selbst;)
    Sarah

  12. Pingback: {green notes} from my kitchen «

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s